Gelebter Naturschutz

Artenschutz durch Falkner - Schleiereulen finden ein neues Zuhause

 

Viele Falkner unterstützen seit Jahrzehnten aktiv den Artenschutz von Greifvögeln und Eulen. Bekannt ist das Auswilderungsprogramm von Wanderfalken <https://d-f-o.de/greifvogel-und-naturschutz/articles/wanderfalkenauswilderung-in-deutschland.html> in den 70iger Jahren. Falkner erreichten durch Nachzucht und Auswilderung, die durch Pestizide fast ausgerottete Wanderfalken-Population wiederaufzubauen. Zudem wurden in den letzten 10 Jahren in Hessen über 1.000 verunfallte Greifvögel und Eulen fachgerecht versorgt und falknerisch betreut, bevor sie in die Freiheit entlassen wurden.  Das praktische Wissen zu Haltung und Umgang mit Greifvögeln unterstützt, neben der Schaffung von Lebensraum und Nachzucht, den Artenschutz dieser faszinierenden Vögel.

 

Die hessischen Falknerverbände, der Deutsche Falkenorden <https://hessen.d-f-o.de und der Orden Deutscher Falkoniere www.odf-hessen.de   gaben im Jahr 2019 gemeinsam 26 Schleiereulenkästen in Auftrag, die in geeigneten Scheunen, Ställen, Dachgiebeln und Kirchtürmen in Hessen aufgestellt wurden, um den Artenschutz von Eulen und Greifvögeln zu fördern.

 

Motiviert von einer in den 80iger Jahren bereits durchgeführten Aktion durch Hessische Falkner wurde das Projekt neu aufgelegt und die Produktion der Schleiereulenkästen an die Oberurseler Werkstätten <https://o-wfb.de/> für Behinderte übertragen. Die Produktion verlief in den Werkstätten zügig und stellte die Verbände vor eine logistische Herausforderung, da die Falkner über ganz Hessen verteilt sind. Ein Kasten in der Größe einer Waschmaschine brachte zudem manche Transportoption an ihre Grenzen. Es fanden sich aber sofort Bauern, Jagdpächter und Interessenten, die die Aktion der Falkner unterstützen wollten. Die Montage und Aufhängung dieser unhandlichen Kästen in einer Höhe von ca. 6-8 Metern war mancherorts nur mit Hilfe der freiwilligen Feuerwehr oder handwerklich begabter Freunde möglich.

 

Die Schleiereule <https://de.wikipedia.org/wiki/Schleiereule> ist von der Landwirtschaft und als Kulturfolger von den Nistplätzen in Gebäuden abhängig. Sie ernährt sich von Kleinsäugern, insbesondere von Mäusen, die sie auf Feldern und in Scheunen findet. Leider wird sie auf Grund vielfältiger landwirtschaftlicher Veränderungen und Nistplatzknappheit immer seltener.

 

 

Die Abhängigkeit von durch Menschen geschaffene Nistplätze und das knappe Nahrungsangebot durch die Intensivierung der Landwirtschaft bewirken eine zunehmende Gefährdung für Schleiereulen. Nistkästen unterstützen die Eulen dabei, zumindest einen ungestörten Ruhe- und Brutplatz zu finden. Jetzt bleibt zu hoffen, dass sich die Schleiereulen schnell ansiedeln und die Helfer ihrerseits durch die biologischste Form der Schädlingsbekämpfung entlohnt werden.

 

Die Falknerei wurde im Dezember 2016 von der UNESCO in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit <https://ich.unesco.org/en/RL/falconry-a-living-human-heritage-01209> aufgenommen.

 

Weitere Informationen zu diesem Projekt und zur Falknerei allgemein bei Susanne Minneker falkoniere@gmail.com oder bei den 1. Vorsitzenden der beiden Hessischen Falknerverbände:

 

Orden Deutscher Falkoniere, Berthold Geis, berthold.geis@gmx.de,  Tel: 06483-5894

Deutscher Falkenorden, Dr. Dominik Fischer, dominik.fischer@vetmed.uni-giessen.de, Tel: 0641-99-38452

 

 

 

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